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    Ausstellungsansicht "Kulturgut", Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, 2014/15

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    Ausstellungsansicht "Kulturgut", Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, 2014/15
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    Installationsansicht "Kulturgut" (Film: "Kann Kunst heilen"),
    Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, 2014/15

 Ausstellung: „Kulturgut“, Archäologisches Landesmuseum Brandenburg / Brandenburg an der Havel

In der Ausstellung „Kulturgut“ zeigte ich Tafelbilder aus der Serie: „Wider den bösen Blick“. Die großformatigen Gemälde wurden in unmittelbarer Nachbarschaft zur archäologischen Sammlung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg im Kreuzgang des ehemaligen Klosters St. Anna installiert.

Im Nebeneinander zu den Museumsstücken wird die Tauglichkeit von Tafelbildern als „kulturelle Dekoration“ befragt. In der Bilderserien „Wider den bösen Blick“ thematisierte ich den Gegenstand Tafelbild als Dekorationsfläche, bestehend aus Ölfarbe auf Gewebe, aufgespannt auf Keilrahmen. Im Vordergrund der Bilder sind u.a. kunstvoll gemalte Schmuckstück und Kleidungsstücke  zu sehen, deren übergeordnete Zuweisung sich im Hintergrund des Tafelbildes oder im Ausschnitt des Formats zeigt.

Die Werte von Gegenständen sind überliefert. Als Dekorationsgegenstand erfüllen sie die Funktion, den Blick des Gegenübers zu leiten, sei es auf einen größeren Zusammenhang, eine Geisteshaltung, gesellschaftliche Zugehörigkeit, oder von Defiziten und Unzulänglichkeiten abzulenken: jedenfalls, ein Interesse zu fokussieren.

Parallel läuft als Endlosschleife der Film „Kann Kunst heilen“ (7.20 min., S/W, 1995), der von mir auf Super-8 in der Kathedrale Saint-Louis de la Salpetriére in Paris gedreht wurde. Inhaltlich beschäftigt er sich mit der Frage:“… inwieweit wird Kunst, praktisch durch einen funktionalen Zusammenhang, der hier das Sakrale ist, kommunikabel…“ . Der Film zitiert die Ästhetik der Super-8-Technik, wie sie von einem Hobbyfilmer angewendet wird. Die Ausgangssituation ist dokumentarisch. Die Kamera tastet den Innenraum der barocken Pariser Kirche ab, in der die Schutzheiligen aus Stein noch heute von den Besuchern verehrt werden. Er endet mit einem wundersamen Geschehen, das hinterrücks eintritt: Während Wunder einfach geschehen, als solche aber schwer anzunehmen sind, erscheinen Gottheiten nicht einfach. Sie fahren hernieder oder lieben das Verkleidungsspiel. Sie messen das Menschliche an einer Interpretation, weil sie die Vorstellung eines Ebenbilds haben. So gleicht ihr Erscheinen der Produktion von Unheil.

Roland Eckelt